Ettinger Musikschule

Stefan Bernhardt Moorgasse 2a 85055 Ingolstadt - Etting Telefon 0841 - 99 300 80
Einfach mak DANKE an euch Schüler und an die Lehrer, die den Unterricht über Skype, Facetime, Zoom oder WhatsApp mitmachen. Es ist anstrengender, klar. Aber so kommen wir unbeschadet durch das Geschehen.Wir freuen uns ganz fest darauf, euch wieder persönlich und gesund zu sehen !
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Musikalische Früherziehung

Für Kinder von 4 bis 6 Jahren

„Musik und Tanz“ ist eine musikalische Früherziehung, die vielseitige ästhetische Aktivitäten beinhaltet.
Gefördert werden schwerpunktmäßig Fähigkeiten und Fertigkeiten in folgenden Bereichen:
–  Singen und Sprechen
–  Elementares Instrumentalspiel
–  Musikhören
–  Instrumenteninformationen
–  Erfahrungen mit den Inhalten der Musiklehre

Die Art, diese Inhalte zu vermitteln muss natürlich den allgemeinen Bedürfnissen und Verhaltensweisen der Kinder entsprechen:
Freude am Spiel, thematische Vorlieben aber auch Ängste und Hemmungen müssen berücksichtigt werden.
Wir wollen also nicht nur Wissen vermitteln sondern auch wichtige Merkmale der kindlichen Persönlichkeit ansprechen und fördern.
Dazu gehören:
–     Spiellust
–     Phantasie
–     Gefühlswelt des Kindes
–     Lernbereitschaft und Wahrnehmungsfähigkeit (auch Konzentrationsfähigkeit)
–     Vergnügen am eigenen Körper und dessen Sinnen.
–     Kontaktwunsch zu anderen Kindern und zu ihrer Umwelt.

Die Verbindung von fachorientierten und allgemeinen Zielen geschieht immer dann, wenn fachbezogene Aktivitäten in kindgerechte Spiel- und Lernsituationen eingebaut sind.

Konzept:
ist ausgelegt für 2 Jahre, wobei auch jedes Jahr für sich allein stehen kann. Die Autoren empfehlen für das zweite Unterrichtsjahr nur mit „schulreifen“ Kindern zu arbeiten.

Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass es ideal ist, wenn die Kinder nach 2 Jahren MFE in die Schule kommen.
Ich richte mich auch bei der Stoffvermittlung nach diesem Alter.
Beginnen Kinder zu früh mit der Früherziehung, entsteht eine unausgewogene Unterrichtssituation (Auch andere Kinder haben große Brüder).

Materialien:
4 Kinderhefte (1 pro Halbjahr)
8 Elternzeitungen, die Aufschluss über Inhalte geben, die sich den Eltern anhand der Kinderhefte nicht sofort erschließen.

Elternengagement:
Eltern werden nicht zu notwendigen  „Trainingspartnern“ gemacht.
Dies beugt auch Bevor- oder Benachteiligungen vor.
Trotzdem sollten die Eltern Interesse zeigen an den Aktivitäten der Kinder und sie durch gezielte Fragen (auch zum Kinderheft) dazu bringen, sich an Lerninhalte zu erinnern.
Gelegentliche Mitmachstunden werden 1 Woche vorher angekündigt.

 

Genaueres zu den Inhalten und Zielen:

1.   Singen und Sprechen

Die Stimme ist das ureigenste Instrument jedes Menschen.
Gefühle und seelische Erfahrungen können beim Singen oder gestaltetem Sprechen zum Ausdruck gebracht werden.
Der Umgang mit der Stimme führt an wesentliche musikalische Erfahrungen heran: Klangfarbe, Rhythmus, Melodie, musizieren allein und mit anderen.
Lieder, freies Singen, Verse, Texte und Lautspiele sind Grundbestand musikalischer Erfahrungen von Kindern.

zu den Liedern
Lieder verschiedensten Charakters sollen der Vielfalt des Angebots Rechnung tragen. Moderne, traditionelle, mehr rhythmisch geprägte, Lieder mit bestimmten Intervallen (z.B. das Kuckuckslied), internationale Lieder (indianisch, japanisch), bekannte Lieder, sehr leichte, auch mal schwierigere, Spiellieder usw.

singendes Erzählen und Improvisieren
Unbeobachtete Kinder singen oft ganze „Arien“. Leider werden sie oft durch Kritik entmutigt.
Diese Fähigkeit zu erhalten oder ggf. wieder zu wecken, kann Aufgabe sein.
Hier entstehen oft Hemmungen im Umgang mit der Stimme.
Eltern können auch zu Hause singend kommunizieren.

Beispiele:
Aussage verschiedener Intervalle:
Ich bin müde; Ich bin übermütig: Sprache rhythmisieren: – Rap
Oft schon benutzt: Halloo, ällabätsch, usw.

Stimmbildung
Natürlich nicht wie in der Chorarbeit. Wir machen aufmerksam auf Atemfrequenzen, Tonhöhen und Rhythmik.
Die Tonübernahme funktioniert bei Kindern dieses Alters am besten von Frauenstimmen aber auch vom Altxylophon (nicht vom Glockenspiel).
Die innere Klangvorstellung muss erst allmählich entwickelt werden. Dies geht mit genauem Hinhören und Vergleichen.

 

 2. Elementares Instrumentalspiel.

Elementare Instrumente sind solche, die ohne schwer zu erlernende Spieltechnik zum Klingen gebracht werden können.
Natürlich sind in diesem Alter die Ziele noch recht bescheiden gesteckt.
Aber die Instrumente:
Begleiten singen und Sprechen
Begleiten Bewegung und Tanz
Fördern die Einsicht in Strukturen von Musik
Wecken Freude am Musizieren und Ausdrücken mit Klängen und Rhythmen
Die Kinder lernen verschiedene Instrumente und Klangerzeugungen kennen.
Instrumentalspiel ist soziale Übung
Schult Grob- und Feinmotorik
Welche Instrumente eignen sich für Kinder?
Am Anfang stehen Claves, Trommeln usw. (sog. Kleines Schlagwerk), entsprechend den motorischen Möglichkeiten.
Nächste Gruppe sind Stabspiele. Sie ermöglichen den Kindern, Töne auch optisch zu ordnen und zu begreifen. Ideal natürlich im Stimmumfang der Kinder.  (Instrumente zeigen)
Andere Instrumente werden so oft wie möglich im Unterricht einbezogen. Bei uns werden viel die Blockflöte, das Klavier, Gitarre, Klarinette und einiges mehr verwendet.
Auch selbstgebaute Instrumente sollen helfen, Klangmaterialien zu erforschen oder auch physikalische und akustische Phänomene zu entdecken.

 

3. Bewegung und Tanz

Bewegung ist Ausdruck eines motorischen Bedürfnisses  von Kindern (oft mehr, als Erwachsene tolerieren). In der Früherziehung sollen Kinder den Kontrast von Ruhe und Bewegung, Spannung und Entspannung, Herausforderung und Lösung erfahren.
Wir wollen versuchen, diesem Bewegungsbedürfnis nachzukommen, da sehr viele Kinder nur „bewegt“ lernen können. Im 1. Jahr steigern sich die Sitzphasen nur langsam.
Mit den Bewegungsspielen lernen die Kinder, die Ausdrucksweise ihres Körpers zu differenzieren. Bei Rollenspielen, pantomimischen Spielen, instrumental begleitetem Spiel entstehen verschiedene Bewegungen, die später auch im Tanz verwendet werden können. Geformte Bewegung = Tanz.
Beispiele: Wie läuft man auf spitzen Steinen, mit Mamas Stöckelschuhen, mit gefesselten Knien, schwer beladen, wenn man furchtbar dick ist, wenn man traurig ist usw.
Die Übergänge zwischen diesen Spielen und dem „eigentlichen“ Tanz sind noch sehr fließend.
Tanz definiert sich fast immer durch die musikalische Begleitung.
Freie Bewegung zu Musik bildet die Voraussetzung für Tanzimprovisationen.
Improvisierter Tanz und tradierte Tänze (also Volkstänze, Reigen usw.) kommen beide im Unterricht vor.
4-6 jährige können von der Konzentration her nicht eine Stunde lang einen Tanz üben. Wir machen deshalb öfter kürzere Übephasen.

 

4. Musikhören

Ist kein Lerngebiet für sich sondern eingebunden in die jeweilige Unterrichtssituation.
Die Kinder lernen sich selbst zuzuhören, anderen zuzuhören, verschiedene Arten von Musik zu hören.
Kinder von 4-7 hören oft stundenlang „nebenbei“ Musik.
Die Früherziehung möchte weg von der „Berieselung“ und aktives Hören und Reflektieren vermitteln.
Dazu müssen wir das Hören differenzieren. Das heißt, wir lenken die Aufmerksamkeit der Kinder auf Teilbereiche der Musik wie z.B.
Laut – leise
Schnell – langsam
Instrumentierung
Ort des Hörerlebnisses usw.

Da die Kinder nicht ewig sitzen und zuhören können, wird Musikhören auch durch Bewegung begleitet. Hören, notieren, begreifen, sind Schritte, die langsam erarbeitet werden müssen.
Auch die Eltern können dieses Lernen zuhause mit gezielten Hinweisen (beim Musikhören) fördern.

 

5. Instrumenteninformation

Hat Bedeutung für eine Zielsetzung der Früherziehung, später evtl. ein Instrument zu erlernen.
Wir wollen Meinungsbildung betreiben. Nur wenn Kinder möglichst viele Instrumente (auch von ihnen erlernbare) kennen gelernt haben, können sie sich im Anschluss an die Früherziehung für ein Instrument entscheiden, das ihren Neigungen entspricht, nicht nur den Wünschen der Eltern.
Die Kinder sollen im Unterricht ausprobieren und erfahren können, Lehrer und Kollegen spielen vor, wir machen eine Exkursion zur Blaskapelle.
Auch durch das Bauen eigener Instrumente gewinnt man Einblick in verschiedene Arten der Tonerzeugung und Klangbildung. Auch Bilder und Hörbeispiele leisten hier einen Beitrag. Das Hauptinstrument des Lehrers erklingt oft (in unserem Fall Klavier) zur Begleitung von Liedern, Stimmungen usw.

 

6. Erfahrungen mit Inhalten der Musiklehre

Wir wollen vermeiden, den Kindern zu früh Inhalte aufzudrängen, die sie noch nicht verstehen können. Viele Inhalte der Musiklehre werden erfahren und angewandt aber noch nicht verbalisiert. Kinder lernen Achtel- von Viertelnoten zu unterscheiden, aber nicht, diese zu benennen. Wir wollen keine „Kinderwörter“ für stehende Begriffe einführen. Im Grundschulalter lernen Kinder diese Dinge spielend, da die Fähigkeit Symbole zu erfassen, erst mit 6 oder 7 Jahren voll ausgeprägt ist.

 

7. Organisatorisches

Wir haben uns um einen ansprechenden, gut ausgestatteten Unterrichtsraum bemüht und möchten auch, dass dies so bleibt.
Im Winter Hausschuhe mitbringen. Im Sommer barfuss oder mit Socken. Keine Verpflegung im Unterrichtsraum (Aufenthaltsraum!). Spielsachen und Kaugummis zu Hause oder im Auto lassen.
Bitte ca. 5 min. eher kommen, auch vor Unterrichtsende ca. 10 min. eher da sein. Wir möchten gelegentlich etwas vorführen.
Unterricht dauert:
Bis 6 Kinder 45 min.
Ab 7 Kinder 60 min.
Diese Regelung gilt auch für bestehende Gruppen.
Pünktliches Abholen!
Keine kranken Kinder schicken!
Sich nicht zu sehr von momentanen Launen des Kindes verunsichern lassen.
Vierjährige sind noch nicht in der Lage, zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen.
Also sollte man als Eltern auch darauf achten, dass die wöchentliche Musikstunde nicht als störend empfunden wird, sondern eher als willkommener Anlass.